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Eisbären

Der Junge: Kam in die Straßenbahn, lang, schlaksig, mit einem unbotmäßig geformten Rucksack. Begrüßte freundlich das dicke Mädchen im weißen Fuselmantel, vor der ein Kinderwagen mit schreiendem Baby stand. Sie kannten sich vielleicht von der Schule. Ich stellte mir vor, sie sei schwanger geworden und habe die Klasse verlassen.

Er: "Und, wie läufts?"
Sie: "Jo. Muss."
Er: "Alles gut so bei dir?"
Sie: "Ach ja."

Schweigen. Das Mädchen starrte vor sich hin.
Dann hellte sich das Gesicht des Jungen auf, er strahlte und sagte zu ihr, auf eine schwer zu beschreibende, charmante Art und Weise: "Mensch du, du siehst aber heute auch wie n Eisbär aus!"

Beide lachten.

Und er hatte Recht: Das Mädchen sah in diesem weißen Mantel exakt aus wie ein lieber, trauriger Eisbär, der aus seinem Polarkreis gefallen ist.
Das Mädchen verabschiedete sich und verließ die Straßenbahn. Der Junge schlug beim Umdrehen seinen Rucksack, aus dem zwei riesige, höckerartige Wulste ragten, einer Frau ins Gesicht, die empört den Kopf schüttelte.




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