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Whisky JETZT

Sollte ich je durchdrehen, dann doch bitte ganz ähnlich wie jener Supermarktarbeiter, den ich heute beobachten durfte: Während er in einem raschen, durchaus eine gewisse Sogwirkung entwickelnden Rhythmus Packungen mit bereits kochfertiger Pasta in das Regal stopfte, Gesten, die einige, vermutlich aus Wut, gespeiste Energie verrieten, sagte er, laut und im gleichen Rhythmus, mit dem er die Packungen dem Regal zuwies: "Whisky JETZT! Whisky JETZT!"
Ich blieb kurz stehen, in angemessener Ferne, in der Nähe des Süßwarenregals, direkt vor den Zitronenkeksen, wartend, ob er noch etwas anderes sagen würde.
Doch nein: "Whisky JETZT! Whisky JETZT", das war alles, was zu hören war, allenfalls fiel mir auf, dass er das "jetzt" besonders betonte, einem Peitschenhieb gleich.
Alle taten, als bemerkten sie nichts, fuhren höflich vorbei mit ihren Einkaufswägen, nicht mal gegenseitig in die Seite stießen sie sich.
Hatte man ihm etwas versprochen, das man nicht eingehalten hatte?
Wieder und wieder sogar?
Hatten sich alle Wünsche, die er gehabt, alle, die sich nicht erfüllt hatten, zusammengezogen, waren geschrumpft, und übrig geblieben war nun ein klumpiges Etwas, die Sehnsucht nach einem Schluck Johnny Walker oder Jim Beam?
Schrieb er heimlich nachts Geschichten über Alkohol und Arbeit, rauchend und fluchend wie Charles Bukowski?
Ich weiß es nicht. Sicher ist nur, dass ich, "Whisky JETZT" im Ohr, die Worte beinahe leise mitklopfend auf dem Griff meines Einkaufswagens, im von ihm vorgegebenen Rhythmus, Schritt um Schritt, Whisky, jetzt, Whisky jetzt, das Regal umrundete und zur Kasse ging, um Brot und Schokolade zu bezahlen.

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