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Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2012 angezeigt.

Bangladesch Unlimited

Bangladesch, sagte die Frau.
Bangladesch, sagte der Mann.
Sie liefen hinter mir. Sie lachten.
Bangla-desch, sagte die Frau erneut.
Haha Bangla-desch, sagte der Mann.
Sie wollten mich wahnsinnig machen. Mich zerstören. Ich lief schneller. Sie liefen auch schneller.
Bahahahngladeeesch, sagte die Frau.
Der Mann lachte.
Ich habe keine Ahnung, was sie von mir wollten. Wussten sie, dass ich einmal einen Text geschrieben hatte mit dem Titel "Bangladesch, sagt Mimi"? Es war und ist zugegeben nicht mein Meisterstück. Ein Stück eher unterhaltsamer Literatur, in dem sich junge Menschen aufhalten, die in Kneipen namens "Blue-Inn" herumhängen. Ich schrieb diesen Text als Teil eines "fiktiven Tagebuchs" in meinen blutjungen Zwanzigern.
Bahahangla-desch, sagte der Mann.
Bahahangla-desch, rief die Frau. Mir wurde heiß.
War diese Frau Mimi?
War sie aus meinem alten Text herausgestiegen, um mich an etwas zu erinnern? Wollte sie mir sagen, dass dieser Text womöglich einen l…

Bären im Park

An Tagen wie diesem streife ich die Nachrichten wie ein umherschweifender Streuner, ein Ignorant, es verflicht sich, was nicht zusammengehört, geht durcheinander:
* Die Tochter des langjährigen südkoreanischen Diktators hat die Präsidentenwahlen gewonnen. Sie heißt Park. Park ist so ein schöner, unschuldiger Name. - Sie hat Stabilität und einen "mütterlichen" Führungsstil angekündigt ... "A walk in the park, a step in the dark?" Ach, ein Park voll Frieden und Frühlingsblumen. Doch es ist Winter.
* Eine Schweizer Schokoladenfirma darf ihren Schoko-Teddy nicht mehr verkaufen, da dieser gegen Markenrechte eines Gummibärchenherstellers verstößt. Bären als Kuscheltiere, in Gummi, auch in Schokolade sind ein Kulturgrauen. Sogar in der Knabberkiste, die ich mir neulich aus moralischer Verkommenheit kaufte, stießen mich die Bären ab. Ich aß sie ganz zuletzt, als mir keine Wahl mehr blieb.
* In meinem Park wandelt nun ein Bär, wie er abstoßender kaum sein könnte. Er hat si…

Whisky JETZT

Sollte ich je durchdrehen, dann doch bitte ganz ähnlich wie jener Supermarktarbeiter, den ich heute beobachten durfte: Während er in einem raschen, durchaus eine gewisse Sogwirkung entwickelndenRhythmus Packungen mit bereits kochfertiger Pasta in das Regal stopfte, Gesten, die einige, vermutlich aus Wut, gespeiste Energie verrieten, sagte er, laut und im gleichen Rhythmus, mit dem er die Packungen dem Regal zuwies: "Whisky JETZT! Whisky JETZT!"
Ich blieb kurz stehen, in angemessener Ferne, in der Nähe des Süßwarenregals, direkt vor den Zitronenkeksen, wartend, ob er noch etwas anderes sagen würde.
Doch nein: "Whisky JETZT! Whisky JETZT", das war alles, was zu hören war, allenfalls fiel mir auf, dass er das "jetzt" besonders betonte, einem Peitschenhieb gleich.
Alle taten, als bemerkten sie nichts, fuhren höflich vorbei mit ihren Einkaufswägen, nicht mal gegenseitig in die Seite stießen sie sich.
Hatte man ihm etwas versprochen, das man nicht eingehalte…