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Es werden Posts vom März, 2010 angezeigt.

Kommunistin und schwarze Köchin

Eine "schwarze Köchin" nennt Elfriede Jelinek die Schriftstellerin Gisela Elsner, eine Schwester im Geiste, die lange vor Jelinek, bereits in ihrem 1964 erschienenen Debut "Die Riesenzwerge", die Verlogenheit und Enge der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft inklusive ihrer Faschismus-Amnesie mit großer Klarheit und scharfem Humor aufgespießt hat. Die "schwarze Köchin", das ist die mythische Figur, die den Kinder Angst einjagt und vor der man wegrennen muss.
Buchstäblich weggerannt ist sie tatsächlich, die bundesdeutsche Öffentlichkeit. Selten wurde eine Schriftstellerin nach ihrem gefeierten Erstlingswerk so sehr in die Ecke gedrängt, geschnitten, schließlich vergessen wie die Elsner. Heute scheint sie höchstens noch durch den Film "Die Unberührbare", eine zwiespätige, allerdings bewegende filmische Annäherung ihres Sohnes Oskar Roehler, in Erinnerung zu sein. Angst eingejagt hat Elsner - die "Kleopatra" - dem bildungsbürgerlichen Pu…