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Diktatur 2.0

Im Schatten der tatsächlich atemberaubenden Ereignisse im Iran rüstet Nordkorea weiter für den Krieg der Welten. Dazu ist natürlich Geld nötig. Während frühere Diktatoren ihre Scherflein durch das Auspressen von Bauern und Arbeitern, Enteignung und Massenmord ins Trockene brachten, zieht Kim Jong-Il sein ganz eigenes Ding durch: Wie nun bekannt wurde, erhielt Nordkorea mehrere hundert Millionen Dollar von Versicherungsunternehmen. So meldete die nordkoreanische Regierung zum Beispiel Transportunfälle, Fabrikbrände, Flutschäden und andere Katastrophen, um Versicherungsgelder zu kassieren. Unter Stalin wurden angebliche "Sabotageakte" gern mal benutzt, um konkurrierenden Genossen den Garaus zu machen. Nun verlangt man für die eigenen Katastrophen-Phantasien lieber Geld von den Kapitalisten. Auch nicht schlecht!

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Lernen

In der Grundschule hörten wir das Weihnachtsoratorium ganz an. Die Lehrerin brachte dazu einen Kassettenrecorder mit. Es war keine Fassung für Kinder. Sie hatte auch eine Aufnahme des "Freischütz". Erinnerlich ist mir, dass es um Kugeln ging und das Wort "äffen". Unsere Lehrerin trug einen Dutt und halblange Röcke. Ihre Haut war fest und dunkel und voller Leberflecken. Sie war nicht so viel älter als ich jetzt bin. Ihre Stimme war tief und rauchig, wie die einer Jazz-Sängerin. Einmal haute sie einem "Rabauken" mit dem Lineal auf die Finger. Ein Junge mit italienischem Namen half mir beim Versteckspiel als ich keuchend durch den sich verengenden Hof rannte. Bei den "Jungs aus der Türkei", wie wir sie nannten, hatte ich einen Stein im Brett. Sie wollten mich zur Klassensprecherin wählen, aber ich stand nicht zur Wahl, weil ich zu schüchtern war. Niemand fragte nach ihrer Geschichte.
Zu zweit holten wir Milch und Kakao in Körben aus dem Zimmer des …

Raum

Wenn du gehst, suchst du den Raum. Niemand zeigt dir den Weg
Am Horizont ist er sichtbar Als Punkt, alle Linien Laufen auf ihn zu
Es gibt ihn, und läge Er hinter Tapeten Verschwändest du Dorthin

Was ich an Silvester tat

Meinem Vater zusehen, wie er im Garten schwitzend versucht, Raketen zu zünden, die nicht explodieren. Staunen, wenn der Himmel voller Lichtpunkte ist, während wir wie Götter die ganze Stadt überblicken vom Balkon der Großmutter. Zigaretten aus dem Dachfenster rauchen und Liebeskummer haben. Käsefondue mit echtem Käse zubereiten, der noch gerieben werden muss. Fondue mit Packungskäse zubereiten, der schon fertig ist. Alles falsch mischen, so dass die Gäste beschwipst werden. Knoblauch nachkaufen. Käse nachkaufen. Sekt nachkaufen an der Tankstelle. Raclettepfännchen zerkratzen. Pfännchen schonend behandeln, weil man etwas gelernt hat. Mit Freunden beim Essen tanzen und sich dabei ein Handtuch auf den Kopf ziehen. Ein traditionelles chinesisches Orakel legen, bei dem es 64 Zeichen gibt und um Wandlung geht. Nach dem Essen noch ohne Freunde in meine Stammbar ziehen und ihm zusehen, wie er eine andere Frau küsst. Im Schnee an Straßenbahngleisen gehen und hinfallen, das Geräusch beim Aufpra…