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Es werden Posts vom April, 2009 angezeigt.

Charmanter Paranoiker Nordkorea

Wäre Nordkorea, charmantester Widerstandspol gegen die Weltordnung an sich, ein Mensch, würde man ihm wohl bescheinigen, unter paranoider Schizophrenie zu leiden. Schön jedenfalls die aktuelle Begründung zur Wiederaufnahme des Plutonium-Programms: Es müsse "die atomare Abschreckung für die Selbstverteidigung auf jede Weise" verstärkt werden, denn man müsse mit "zunehmenden militärischen Bedrohungen durch feindselige Kräfte fertig werden". Schön daran ist, dass man mit Kräften fertig werden muss, die man durch das eigene Atomprogramm erst auf den Plan ruft. Merkmale der paranoiden Schizophrenie sind "Wahnvorstellungen, Ich-Störungen und akustische Halluzinationen", z.B. befehlende oder kommentierende Stimmen. "Die Wahnvorstellungen können z.B. eine Überwachung oder Fremdbeeinflussung, Kontakt zu 'Außerirdischen' oder 'Göttern' zum Inhalt haben und werden durch eventuell auftretende Halluzinationen verstärkt."

Konsumklick

Im Onlineauftritt der ehrwürdigen alten Zeitungsdame ZEIT steht alles nebeneinander, was mensch so braucht und sucht. Hier kann man wählen zwischen. * Partnersuche * Jobsuche * Immobiliensuche.
Irgendwie hat das noch etwas rührend Konsumverherrlichendes, Vorkrisenhaftes. Als alles noch einen Klick entfernt erreichbar schien: Haus, Auto, Pferd. Respektive Job, Auto, Haus. Oder auch Baum, Auto, Kind. Usw. Was die Partnersuche betrifft, bietet ja eine Schweizer Firma den neuestes Schrei an: Partnersuche per Geruchsprobe. Geruch abgeben, der wird dann in einen absurden Zahlencode übersetzt, und schnell mit ein paar potenziellen Mitriechern und Mitriechenden verglichen. Immerhin entscheidet dann nicht mehr der Status über die Partnerwahl. Schließlich tauchen schweißige Handarbeitende wie Klempner ja in vielen medialen Sex-Phantasien auf. Fertig ist die Traumbeziehung in Zeiten der Krise. Braucht es bloß noch einen Job und eine Immobilie, was heutzutage ja fast schwieriger ist.

Mythen des Autos

Wer, wie ich, keinen blassen Schimmer hat von Autos, für den sind neueste Meldungen aus dem Reich der Wirtschaftsapokalypse ein Buch mit sieben Siegeln: "Fiat übernimmt Opel" - da denkt sich jemand wie ich: "Halt, Fiat, das sind doch diese kleinen Autos? Wie schaffen die es denn ...?". Und in Gedanken spinne ich dann die Reihe weiter: Mitsubishi übernimmt Citroen, Skoda übernimmt Porsche, Suzuki übernimmt Peugeot. Und dann fällt mir auf, dass die Namen dieser Autos so schön klingen, wie die einiger Kinder nicht. Und daraufhin muss ich daran denken, wie ich einmal, in der 10. Klasse, das Aufsatzthema "Das Auto - des Deutschen liebstes Kind?" wählte. Und mein Deutschlehrer, an meinem Platz vorbeigehend, missbilligend den Kopf schüttelte: Ich hatte mir das Dummy-Thema gewählt, und er traute mir mehr zu. Ich habe dann aber immerhin noch eine zwei plus bekommen.

Rattenfänger

Dass die "Heimattreue Deutsche Jugend" verboten ist - geht klar. Ist es dazu aber nötig,mal wieder die Metapher von den "Rattenfängern" zu bemühen? So begründete unser Innenminister das Verbot der HDJ damit, "Kinder und Jugendliche" müssten vor diesen "Rattenfängern" geschützt werden. Gerne wird im Zusammenhang mit der rechten Szene auch von den "braunen Rattenfängern" gesprochen. Nun hatte ja der Rattenfänger von Hameln, den es im 13. Jahrhundert gegeben haben soll, die Stadt Hameln zunächst von ihrer Rattenplage befreit, wurde dann aber von den braven Bürgern um seinen Lohn geprellt. Inwiefern aber wurden die "braunen Rattenfänger" um ihren verdienten Lohn wofür betrogen? In der Rattenfänger-Saga jedenfalls flötete jener Rattenfänger von Hameln daraufhin so lieblich, dass ihm die Kinder des Ortes folgten und für immer verschwanden. Nur zwei der Kinder blieben zurück - eines davon war blind. Wenn auch die Parallele zu dem b…