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Schaffner als Präsidenten

Als ich heute aus der Straßenbahn stieg und diese wieder anfuhr, sah ich, dass der Schaffner wie Ronald Reagan aussah. Einen Moment sinnierte ich darüber, was geschehen wäre, wenn Reagan Straßenbahnfaher geworden wäre. Oder Busfahrer. Woody Allen hat einmal eine sehr schöne Kurzgeschichte geschrieben, die heißt "Wenn die Impressionisten Zahnärzte geworden wären". Van Gogh schreibt darin Briefe an seinen Bruder, in denen er von den "wilden, fliehenden Brücken" berichtet, die er einer Frau eingesetzt hat, diese Spießerin habe sich aber darüber beschwert; und er klagt, er hätte doch eigentlich lieber einen ganz bürgerlichen Beruf wie Maler ergriffen.
Busfahrer ist vielleicht gar nicht so eine schlechte Vorbereitung auf ein Präsidentenamt, denn es hat ja irgendwie auch mit Lenkung zu tun. Wobei Reagan als Schauspieler sicherlich auch nicht ganz schlecht vorbereitet war. Deutsche Kanzler sind ja eher sowas wie Juristen oder Naturwissenschaftler. Auch Obama war Jurist. Obwohl also interessanterweise Obama kein Schauspieler war, bevor er Präsident wurde, wird er nun aber behandelt, als wäre er einer. Er passt problemlos in die Klatschseiten der bunten Zeitschriften und sein Waschbrettbauch kann es mit Brad Pitt ja angeblich auch locker aufnehmen. Ob mein Straßenbahnschaffner auch Ambitionen hegt, von denen keiner was ahnt? Er sah jedenfalls ziemlich erschöpft aus, eher so wie die Reagan-Puppe, die im Genesis-Video "Land of Confusion" aus Müdigkeit aus Versehen einen Atomkrieg auslöst. Weswegen es vielleicht besser ist, wenn der Mann Straßenbahnschaffner bleibt.

Kommentare

Jens hat gesagt…
Dazu muss man anmerken, dass der Leiter der Edeka-Filiale in der Schiffstraße aussieht wie George W. Bush.
Kafka hat gesagt…
Das muss ich mir ansehen! Leider sieht bei unserem Edeka um die Ecke niemand wie Obama aus.

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