11/30/2008

Das Schicksal war Schuld

Es mag ja Schriftsteller geben, die gleich mit 13 einen bahnbrechenden postmodernen Roman verfassen. Wie immer ich mich 1988 gefühlt habe, als ich erste ernsthafte Schreibversuche unternahm, mein Bewusstsein war ziemlich heftig von der amerikanischen Kulturindustrie geprägt. Was folgender Ausschnitt meines ersten Romanfragments beweist, das den aufrüttelnden Titel "Das Schicksal war Schuld" trägt: "Sie hätte nie gedacht, ihn je wiederzusehen. Sie traf ihn völlig unerwartet in der New York City". Man sollte hier erwähnen, dass ich aus einer Kleinstadt mit ca. 13000 Einwohnern stamme. In deren "City" traf man sich durchaus hin und wieder zufällig. Die Frau, um die es geht, scheint sich über das Wiedersehen nicht gerade zu freuen, denn weiter heißt es: "Als sie ihn sah, wechselte sie die Straßenseite. Er erkannte sie. "Hey!" rief er laut. Sie tat, als ob sie ihn nicht bemerkte und mischte sich eilig ins Gedränge." Hier deutet sich jedenfalls schon die Tragik an, die meine Geschichten fortan durchziehen sollte. Denn weiter heißt es: "Wieder im Hotelzimmer erinnerte sie sich. Ja, es war schon immer Garys Traum gewesen in New York zu sein. Er hatte oft davon geschwärmt. Oft fragte sie sich, wie sie jetzt leben würde, wenn sie mit ihm zusammen geblieben wäre und nicht bei Nacht und Nebel nach einer Liebesnacht abgehauen. Aber das alles lag schon 15 Jahre zurück. Sie hatte ihre Ehe nicht gefährden wollen, die damals schon seit 15 Jahren bestand. Ja, das war der Grund gewesen, zumindest der äußerliche. Sie mußte auch zugeben, daß die Liebe zu Joseph Tag für Tag mehr gestorben war." Man muss dazu sagen, dass dies längst nicht alles ist: Es gibt Duschszenen mit rotlackierten Fingernägeln, die sich in Rücken bohren, zur Adoption freigegebene uneheliche Kinder und Zeitungsimperien. Selbstredend, dass ich damals am liebsten "Dallas" und "Denver-Clan" schaute. "Dallas" ziehe ich mir momentan gerade auf DVD rein. Man kann also sagen, dass ich mich in gewisser Hinsicht nicht wesentlich weiter entwickelt habe. Nur dass ich inzwischen Romane über Mädchen schreibe, die von amerikanischen Filmen träumen. Die Zahlensymbolik mit den zwei Mal 15 Jahren habe ich im Nachhinein allerdings nicht mehr entschlüsseln können.

11/20/2008

Kafka im Geschäft oder: Supermarkt als Utopie II

Neulich habe ich mich durchgerungen, mir einen Kalender für das Jahr 2009 zu besorgen. Nach langem Zaudern kaufte ich einen bunten Kalender, der ziemlich billig war. Beim Bezahlen fragte die Verkäuferin: "Haben Sie bemerkt, dass unsere Kalender gerade im Angebot sind?" Dies erschein mir umso absurder, als ich gerade einen Kalender gekauft hatte. Wollte sie mir damit sagen, ich hätte den Kalender sonst teurer gekauft? Oder mich dazu drängen, einen zweiten Kalender für 2009 zu erwerben? Am nächsten Tag erstand ich zwei Stifte, und die Verkäuferin sagte wieder, ebenso freundlich lächelnd wie am Tag zuvor: "Haben Sie bemerkt, dass unsere Kalender im Angebot sind?"
Da erst wurde mir beswusst, dass ihr merkwürdiges Gebaren Teil moderner Marketingstrategie war, die mir nun schon öfter aufgefallen ist. Verkäufer in Geschäften, sogar in Supermärkten, sollen Kunden auf besondere Angebote hinweisen. Dies beschämt mich immer sehr. Ganz anders ein kleiner, abgefuckter Supermarkt in meiner Nähe, über den ich im ersten Teil von "Supermarkt als Utopie" schrieb: "Der Supermarkt bei mir um die Ecke verkörpert die in Franz Kafkas "Amerika" gezeichnete Utopie einer Welt, in der für jeden Menschen Platz ist." Tatsächlich würde dort niemand auf die Idee kommen, ein Produkt auch noch anzupreisen. Im Gegenteil sagte gestern die blonde Kassiererin zu einem Mann, der zwei Flaschen Jägermeister kaufte: "Igitt, wie kann man das Zeug nur saufen!" Recht hat sie. Der Mann kicherte traurig. Er war Alkoholiker, und anscheinend in einem Stadium, wo ihm bereits alles egal war.
Auch heute morgen hat sich wieder bestätigt, dass Warenhäuser auch in unserer heutigen Welt ohne ökonomischen Eifer bestehen können: Ich kam um 8.10 bei besagtem Supermarkt an, um Brötchen zu erwerben, und der Supermarkt war dunkel. Niemand da. Ich las das Schild an der Eingangstür mehrmals durch: Öffnungszeiten: 8-19 Uhr. Ich wartete, aber niemand war zu sehen. Also ging ich nebenan in den Zeitungsladen und kaufte zwei Zeitungen. Ich zeigte auf den Supermarkt, der immer noch im Dunkeln lag und fragte den älteren, arabischen Verkäufer, ob der Markt heute geschlossen sei. Er sagte: Nein, die seien nur manchmal zu spät dran. Er lächelte hintergründung.

11/16/2008

Ein PR-Geck

Es widerstrebt mir durchaus, hier etwas zu posten, was auch nur in losem Zusammenhang mit einer abgehalfterten Ex-Tennislegende namens Boris Becker steht. Abgesehen von der Tatsache, dass Boris Becker nur wenige Kilometer von mir entfernt aufgewachsen ist, gibt es keinerlei Verbindung zwischen uns, nicht einmal ein leises Interesse meinerseits für seine nervige Persönlichkeit. Allerdings geht es hier auch gar nicht um Becker an sich, sondern um den Verfall der Rechtschreibung im Internet. Im Gegensatz zu zahlreichen Kulturpressimisten bin ich darob zwar schockiert, interpretiere dies aber auch als Chance zu sprachlicher Kreativität. So heißt es im Kommentar einer mir unbekannten Userin bezüglich der schiefgelaufenen Verbindung zwischen Sandy Meyer-Dingsbums und "BB": "Alles gespielt und gelogen das war von Anfang an ein PR-Geck!!".
Ist das nicht ein herrliches neues Wort, "PR-Geck"? Zur Umschreibung von Boris Becker selbst scheint mir das jedenfalls ein höchst geeigneter Ausdruck zu sein, der noch dazu das zeitgeistige Lehnwort "Public Relations" aufs Schönste mit dem alten Ausdruck "Geck" vermählt. Diese sprachliche Vermählung ist auf jeden Fall spannender als es die Vermählung Meyer-Wöldens mit Becker je hätte sein können.

11/13/2008

Hedgefonds, ihr Hunde!

Eine gewisse Zügel-Losigkeit im Umgang mit politischen Metaphern ist ja allgegenwärtig . So las ich heute: "Merkel will Hedgefonds an die Leine nehmen". Ja sind das denn Hunde, die Hedgefonds? Bellen Hedgefonds? Pissen sie wem ans Bein? Markieren sie ihr Revier? Oder sollen die Hedgefonds symbolisch erlegt werden, nach dem Motto "Hunde, wollt ihr ewig leben?". Ebenso bizzar erscheint mir der bereits zum Klassiker gewordene Ausdruck von den "Wirtschaftsweisen". Sitzen die ums Lagerfeuer und beraten? Haben sie lange Bärte und ein biblisches Alter, oder haben sie die Weisheit mit den buchstäblichen Löffeln gefressen?
Vielleicht zeigt der sprachliche Trend zu Archaisierung der Gegenwartsgesellschaft ja die eigentliche Wahrheit hinter der Metapher: Wir glauben an irgendwelche Ökonomen wie an mythische Götter, und das hat uns buchstäblich in die Scheiße der Hunde geritten, die wir nun an imaginäre Leinen nehmen wollen. Oder so ähnlich.

Raffinierte Marketingstrategien

Es dauerte zwei Tage bis mir auffiel, dass meine neuen Stiefel wie Schokoriegel aussehen. Sie sind kakaobraun und haben dunklere, dünne Streifen. Auf dem Schuhkarton steht "Anti-Stress-Schuhe". Aha, dachte ich: Zielgruppe Frauen+weniger Stress= Schoko-Schuh. So ähnlich müssen die sich das gedacht haben. Ganz schön raffiniert!

11/12/2008

Generation Zuspät

"Warum hast du mir das angetan?
Ich habs von einem Bekannten erfahrn
Du hast jetzt einen neuen Freund
Zwei Wochen lang hab ich nur geweint"
(Die Ärzte: zu spät)


Mich verfolgt das essentielle Gefühl, bei allem zu spät dran zu sein. Das gilt nicht nur für das Innehaben eines ordentlichen Berufs, den Besitz einer Eigentumswohnung, oder das Kinderkriegen. Vor ein paar Tagen las ich die Ankündigung zum "Open Mike 2008". Bestimmt geht der Reporter, der das geschrieben hat, auch zum Event selbst, dem Wettlesen junger Autoren in Berlin. Dann gibt es einen Artikel, und die Autoren, die da sind, freuen sich über die Publicity, oder sie freuen sich auch nicht, weil sie nicht so publicitysüchtig sind wie ich. Natürlich dachte ich: Typisch, als ich 1999 beim "Open Mike" eingeladen war, hat mich keiner interviewt. Was nur halb wahr ist, da ein sehr guter Freund einen Artikel für die "Badische Zeitung" verfasste, in dem ich auch vorkam. Der Eindruck, zu spät gekommen zu sein, ist ein Zwilling des Eindrucks, zu kurz zu kommen und daher manchmal resistent gegen die Wirklichkeit. Das erste Mal überfiel mich dieses bösartige und missgünstige Gefühl, als ich 1995 in einem Supermarkt ein bekanntes Magazin aufblätterte und darin ein Riesenartikel über das Lebensgefühl der Leute fand, die "Abi 95" gemacht hatten. Während ich zum Abiturjahrgang 1994 gehöre. Toll, dachte ich, mein Jahrgang ist wohl nichts Besonderes. Tatsächlich bin ich nicht nur bei Weitem zu jung für die Woodstock-Generation, die ich als Teenie super fand, sondern sogar zu jung für die Grunge-Generation, auch Generation X genannt, die mal ausgerufen wurde, und zu der ich ob meines Musikgeschmacks gerne gehört hätte. Zu den im Folgenden ausgemachten Generationen von "Golf" bis "Web 2.0" habe ich mich nun wirklich nicht zählen wollen. Neulich entdeckte ich, dass ich einen 50-Mark-Schein besitze. Er hat tatsächlich jahrelang zwischen zwei Buchseiten gesteckt. Für Notzeiten. Obwohl die schon mehrmals hereingebrochen waren, habe ich ihn nie gefunden und ergo nie umgetauscht. Zu spät, dachte ich, obwohl mir wohlmeinende Freunde sagten, man könnte das noch erledigen. Aber ich habe diesbezüglich bereits resigniert. Kein Wunder, gehöre ich doch zu der Generation, in der die Ärzte ganz groß waren. Ihren Hit "zu spät" habe ich damals rauf und runter gehört. Das Ich-zeigs-euch allen-Ding jedenfalls habe ich voll verinnerlicht: "...dann bin ich ein Star, der in der Zeitung steht, und dann tut es Dir leid, doch dann ist es zu spät!" Nach der Reunion der Ärzte in den 1990ern konnte ich dann endlich zwei Konzertkarten ergattern. Irgendwann vor dem Konzert merkte ich schmerzlich, dass es zu spät war: Ich war zu alt, um die Ärzte noch wirklich cool zu finden. Die Karten habe ich dann meiner kleinen Schwester geschenkt.

11/08/2008

Kunst, Wahnsinn, Alltag

Mein Tipp für ein ganz besonderes Konsumerlebnis: Auf rtlnow eine der traurigen Doku-Soaps über Hartz IV-Empfänger oder verarmte Großfamilien anschauen ("Mitten im Leben"), nebenher im Radio oder auf CD neue Musik hören. String-pling-"Celine! Celine! Lass doch mal den Papa!" Dröng-dröng! (Zwölfton), "eh verpiss dich!!" "Was hier denn los! Kevin, du has jetzt drei Tage Fernsehverbot!". Kunst, Wahnsinn und Alltag gegen auf diese Weise bruchlos und doch erschreckend harmonisch ineinander über.

Nix verstän: Literatur

Mit Begeisterung hatte ich begonnen, "Wäldernacht" von Ralf Rothmann zu lesen. Ruhrpott, abgefuckte Arbeiter, Sozialkritik plus sexuell aufgeladene Atmosphäre, Kindheitserinnerungen, überall west der Tod herum, und dann noch eine kraftvolle Sprache, die ihresgleichen sucht in der neueren deutschen Literatur. Bingo, dachte ich, das wird dein neues Lieblingsbuch!
Gegen Ende kamen zwar ganz leichte Zweifel auf (das Motiv des "gefallenen Mädchens", pubertärers "Rudelvögeln" ... naja. Die Lolita hinter der Ladentheke. Okee. Das Himbeerbonbon, das nach früher schmeckt, klebrig, süß und für Kindheit an sich steht, jaja...).
Dennoch drang ich, anhaltend gespannt auf den Ausgang des Buches, eine Spannung, die Bertold Brecht sicher verurteilt hätte, zur Schluss-Szene vor: Hier schildert Rothmann eine Art düsteren Joy Ride durch die Oberhausener Nacht - halb wahnsinniger Zuhälter-Fahrer, ein "Zigeunerlager" (plus alle Klischees von Magie, Sex und Unheimlichkeit), gruselige kleine Jungs ... bisschen wie in meinem Lieblingsfilm "Blue Velvet". Schön und gut, dachte ich. Und dann gab es einen Toten. Auf einer Treppe. Und noch jemand stirbt! Darf doch wohl nich wahr sein, denke ich. Und ich sitze da, blättere ungläubig ein paar Seiten zurück: Das Buch ist zu Ende! Zack, aus. Und ich kapiere nicht, wer da tot ist und warum. Denke nach, verknote mein Hirn, recherchiere im Internet, aber: nichts. Ich verstehe das Buch nicht! Das ging mir zuletzt so bei "Die Judenbuche" von Anette von Droste-Hülshoff. Das haben wir in der 8. Klasse in der Schule besprochen. Bestimmt eine hervorragende, epochenmachende Novelle, aber ich muss ehrlich sagen: Ich habe die Handlung nicht kapiert. Schon damals neigte ich dazu, schlampig und schnell zu lesen. Neigte ich zur Ungeduld. Ich bekam dann in der Deutscharbeit doch noch eine 2/3 und kein "Thema verfehlt", was richtiger gewesen wäre, weil ich so viel geschrieben und zu allen möglichen Motiven, ohne sie zu kapieren, meinen Senf abgegeben habe. Das immerhin konnte ich schon damals.

Castor-Elche

Ex-Raucher sollen ja, so Raucher, "die schlimmsten" sein. Aber auch Ex-Demonstranten können ganz schön ätzend sein. Ich zum Beispiel: Jahrelang habe ich mit jedem Castor-Transport mitgefiebert. Bücher über "Energie Alternativen heute" gelesen. Zwei Mal war ich beim Demonstrieren dabei. Einmal, in Gorleben, saß ich auf den Gleisen, unter einer riesigen Plane, die die alten Demo-Füchse über uns aufgespannt hatten, damit das Wasser der Wasserwerfer locker auf unsere Köpfe prasseln könnte. Leider saß ich ganz hinten, und als gerufen wurde "ableiten!", da leitete ich das Wasserwerferwasser auf der Plane direkt in meinen Nacken ab. Was eine Schüttelfrost auslöste. Ich sah wohl so durch aus, dass der junge Polizist, der mich wegtragen sollte, mich heldenhaft anstrahlte und flüsterte: "Fräulein, keine Angst! Ich bringe Sie hier raus!" Während meine Mitstreiter, beides Männer, an ihren Haaren von den Gleisen gezerrt wurden.
Gestern aber saß ich so an meinem Schreibtisch, und im Radio kam eine Sendung über die diesjährigen Castor-Demonstranten. Die Stimmen der alten Demo-Hasen kamen mir so deutsch, so angestrengt vor. Ächz, dachte ich. Die Sprechchöre, die Gesänge der Demonstrierenden, alles erschien mir öde und bedrückend. Beim Gedanken, dass sich Leute aus Protest einbetonieren lassen, wurde mir übel. Und als dann irgendeiner von der Bürgerinitiative sagte: "Hier nicht! Hier kommt der Müll nicht hin, in unser schönes Wendland" (sinngemäß), dachte ich plötzlich: Na toll, und wohin dann?
Immerhin bin ich dabei ein bisschen erschrocken. Robert Gernhardt wusste es ja schon immer: "Die schärfsten Kritiker der Elche/ waren früher mal selber welche".

Bildunterschriften

Eine Frau vor einem Kramladen, in der Herbstsonne. Sie ist schon älter, trägt Hippie-Kleider und stimmt eine Art Singsang an, der nicht zu verstehen ist. Ich laufe über die Brücke in die Innenstadt, wo ein Mann vor der Bank mit einem Buch in der Hand wild gestikulierend, eine Art Predigt hält. Als ich weitergehe, denke ich: Manchmal bräuchte man für Leute auch Bildunterschriften.

11/04/2008

Omas und Obamas

Dass Obama um seine Oma weint, finde ich rührend. Ganz ehrlich. Als meine Oma 1988 oder so starb, hatte ich nicht solche starken Gefühle. Meine Oma war aus dem Sudetenland. Sie fand Franz Josef Strauß und den FC Bayern München klasse. Meine Oma holte mich, als ich klein war, vom Kindergarten ab. In ihrem Haus gab es einen unheimlichen Keller, in den sie manchmal runter ging, um was zu kippen. Sie hat sich den Magen mit Aspirin ruiniert. Waren wir bei ihr, gab es Kartoffelgoulasch und sie redete ohne Punkt und Komma. Meistens handelten die Geschichten vom Dorf in der Tschechoslowakei. Es kamen Personen wie der "Artuhr" und der "Igler Uttel" darin vor und Frauen, die Klostertreppen putzen, bis sie tot umfallen. Als meine Oma starb, da lag auch gerade mein Wellensittich im Sterben. Der Wellensittich hieß "Billi", war gelb, und ich hatte ihn sehr lieb. Ich weinte sehr um den Wellensittich. Ob ich um meine Oma weinte, habe ich vergessen. Allerdings hätte ich mit meinen Tränen auch kaum die amerikanische Präsidentschaft für mich entschieden.

SPD-Zukunft-Rap

Vermutlich werden die Ereignisse um Andrea Ypsilanti in kurzer Zeit vergessen sein. Vielleicht aber wird sich in der Popkultur das Verhalten der vier SPD-Abweichler als Chiffre für illoyales Verhalten durchsetzen, und es gibt dann irgendwann in der Zukunft Raps mit den Zeilen:

"Du fuckst mich ab/
Wie Metzger
Ypsilanti"

11/02/2008

Brötchen

Wenn man meiner Mutter blöd kam, pflegte sie zu sagen: "Ich verdiene hier die Brötchen!". Ich habe mich als Kind immer gefragt, warum es so eine Leistung sein soll, das Geld für Brötchen zu verdienen, denn das Netz einfache Brötchen kostete in unserem Supermarkt nur 99 Pfennige. Und es waren 10 Brötchen drin!
Heute ist es eher so, dass ich mich über die Generation unserer Eltern wundere: Als meine Mutter so alt war wie ich, hatte sie mich gerade bekommen. Sie war verbeamtet, hatte ein Haus gebaut, und ihr eignes Auto stand vor der Tür. All dies erscheint mir in meiner winzigen Wohnung, vor der Tür ein Fahrrad, das so kaputt ist wie nochwas, derart unerschwinglich, dass ich nur staunen kann. Immerhin: Heute morgen bin ich Brötchen holen gegangen. Vier solide leckere Riesenbrötchen, köstlich duftend, frisch gebacken. Und natürlich qualitativ weitaus hochwertiger als die Supermarkt-Dinger aus meiner Kindheit. Ätsch, Mutti, dachte ich dann. Wenngleich ich zugeben muss, dass ich mir dabei nicht sonderlich erwachsen vorkam. Aber ich bin ja auch erst zarte 33.

Kim lebt!

Es gibt wundervolle Nachrichten: Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA gab bekannt, dass ER lebt! Kim is alive, der große Anführer des kleinen tapferen Völkchens hat es noch einmal geschafft. Nur die allzu kritischen Geister wundern sich, dass auf den Beweisfotos, die Kim bei einem Fußballspiel zeigen, keine Fußballer zu sehen sind.

Lernen

In der Grundschule hörten wir das Weihnachtsoratorium ganz an. Die Lehrerin brachte dazu einen Kassettenrecorder mit. Es war keine Fassung f...